Der Wickeltisch und seine Tücken
16. August 2010 von JanineL

Foto: Flickr / Thomas Silkjaer
„Du bist als Kind wohl einige Male vom Wickeltisch gefallen!“, hört sich zunächst nach einer amüsanten Begründung für seltsames Verhalten unter Erwachsenen an. Dahinter steht allerdings eine äußerst Besorgnis erregende Tatsache. Stürze vom Wickeltisch gehören nämlich zu den häufigsten Unfällen von Säuglingen und Babys.
Als Wickeltisch gilt gemeinhin jeder Tisch, auf dem Windeln von Säuglingen gewechselt werden können. Ob Küchentisch oder Waschmaschine, eigentlich kann jede glatte Oberfläche zum Wickeltisch umfunktioniert werden. Als echte Wickelkommode gilt indes ein Möbelstück, das speziell für das Wickeln der Babys konstruiert wurde. In der Regel hat die Kommode noch eine Reihe an Fächern, in denen Utensilien wie Windeln, Puder und sonstiger Pflegebedarf für das Baby aufbewahrt werden können. Wer besonders vorsichtig sein möchte, kann das Neugeborene ab dem 4. Monat auch auf dem Boden liegend wickeln. Es ist zwar nicht ganz so rückenfreundlich für das Elternteil, doch hier ist nicht nur sicher, es kann auch soviel zappeln und turnen wie es beliebt. Vergessen Sie allerdings nicht, eine warme und weiche Decke als Unterlage für die Bequemlichkeit des Kindes zu nutzen.
Sicherheit groß geschrieben
Doch in den meisten Fällen wird auf eine Wickeltisch oder eine Wickelkommode zurückgegriffen. Bezüglich der Höhe dieser Kinderzimmerausstattung sollte darauf geachtet werden, dass sie dem Wickelnden ein komfortables Wickeln erlauben, was in der Regel mit rund einem Meter gewährleistet wird, aber in erster Linie von der Größe des Wickelnden abhängt. Da diese Höhe für Säuglinge jedoch im Falle eines Falles bereits sehr gefährlich sein kann, sollte auf der Wickelfläche auf jeden Fall genügend Bewegungsfreiheit für das Kind vorhanden sein: 50 x 70 Zentimeter gelten hierbei als Standardmaß. Ebenso ist empfehlenswert, einen Wickeltisch mit abgerundeten Ecken und gepolsterten, erhöhten Seitenteilen für die Sicherheit des Neugeborenen zu erwerben. Bei all dem sollte nichtsdestotrotz in jedem Fall stets mit einer Hand das Kind festgehalten werden, um eventuelle Stürze zu verhindern. Und vor allem: Lassen Sie das Kind niemals alleine auf dem Tisch liegen, nehmen Sie sich vorsichtshalber lieber das schnurlose Telefon mit ins Zimmer und lassen Sie nichts auf dem Herd kochen, das Sie mal schnell zwischendurch umrühren müssen. Doch unter Beachtung dieser Sicherheitsaspekte und mit den nötigen Utensilien für Pflege und Wickeln in Reichweite, stellt auch der Wickeltisch keinen Unfallherd mehr dar.
Zu bedenken sind letztlich mögliche Schadstoffe im Material der Wickelauflage. Die nackte Haut des Babys ist äußerst empfindlich, und ein Blick in das Verbrauchermagazin oder auf Fachwebsites kann dabei behilflich sein, den Wickeltisch mit den besten und vor allem schadstofffreien Stoffen beim Baby-Shopping herauszufinden. Auch Öko-Labels auf den Auflagen geben über eine umweltgerechte Herstellung Auskunft. Mit all diesem richtigen Wickel-Know-How wird das Windelwechseln zu einem wahren Kinderspiel in doppeltem Sinne!
